Pilze züchten mit Kindern – Wachstum beobachten und Pilze entdecken
Pilze tauchen manchmal scheinbar über Nacht auf – und genau das macht sie für Kinder so spannend. Was zunächst wie eine unscheinbare Oberfläche aussieht, kann sich innerhalb weniger Tage deutlich verändern. Kleine Pilzansätze werden sichtbar, wachsen weiter und entwickeln schließlich Hut und Stiel.
Wer Pilze mit Kindern züchtet, kann diese Veränderungen Schritt für Schritt beobachten. Ein Pilz-Zuchtset macht dabei etwas sichtbar, was draußen häufig verborgen bleibt: Ein großer Teil des eigentlichen Pilzes befindet sich als feines Geflecht im Substrat.
Pilze sind außerdem weder Pflanzen noch Tiere, sondern bilden ein eigenes Organismenreich. Damit bieten sie zahlreiche Möglichkeiten, Natur zu Hause, im Kindergarten oder in der Grundschule einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu entdecken.
Pilze züchten mit Kindern: Was lässt sich beobachten?
Bei einer Pilzzucht verändert sich nicht jeden Tag alles auf einmal. Gerade deshalb lohnt es sich, regelmäßig genau hinzuschauen.
- Wie verändert sich die Oberfläche des Substrats?
- Wo wird zuerst weißliches Pilzgeflecht sichtbar?
- Wie breitet sich das Myzel aus?
- Wann erscheinen die ersten kleinen Fruchtkörper?
- Wie schnell verändern sich diese innerhalb weniger Tage?
- Wie entwickeln sich Hut und Stiel?
- Welche Unterschiede gibt es zwischen einzelnen Fruchtkörpern?
- Wie verändern sich Größe, Form und Farbe im Laufe der Zeit?
Ein einfacher Beobachtungsbogen hilft dabei, die Veränderungen festzuhalten. Besonders interessant wird es, wenn die Kinder nicht nur aufschreiben, was sie sehen, sondern auch zeichnen und Größen vergleichen.
So wird aus der Pilzzucht ein längerfristiges Naturbeobachtungsprojekt statt eines einzelnen Experiments.
Was ist eigentlich ein Pilz?
Bei einem Pilz denken wir meistens zuerst an das, was wir sehen: Hut und Stiel.
Biologisch betrachtet ist dieser sichtbare Teil jedoch nur der Fruchtkörper. Bei den hier betrachteten Großpilzen befindet sich ein wesentlicher Teil des Organismus als Pilzgeflecht im jeweiligen Substrat.
Dieses Geflecht heißt Myzel.
Das Myzel besteht aus vielen feinen fadenförmigen Strukturen, den Hyphen. Sie wachsen durch das Substrat und nehmen dort Nährstoffe auf. Pilze betreiben keine Photosynthese wie Pflanzen, sondern sind auf organische Nährstoffe angewiesen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie beschreibt Pilze deshalb als heterotrophe Organismen mit einem Geflecht aus Hyphen.
Für Kinder lässt sich der Unterschied vereinfacht so erklären:
Der sichtbare Fruchtkörper ist nur ein Teil des Pilzes. Das Myzel befindet sich überwiegend dort, wo wir es zunächst kaum sehen können.
Das ist zugleich einer der spannendsten Beobachtungspunkte bei einer Pilzzucht.
Myzel ist keine Pilzwurzel
Das Myzel wird manchmal mit den Wurzeln einer Pflanze verglichen. Als Anschauung kann dieser Vergleich zunächst hilfreich wirken – biologisch ist er jedoch nicht korrekt.
Pilze haben keine Wurzeln.
Ihr Myzel besteht aus Hyphen und unterscheidet sich grundsätzlich vom Aufbau pflanzlicher Wurzeln. Pilze gehören auch nicht zum Pflanzenreich. Ihre Zellen besitzen zwar wie Pflanzenzellen eine feste Zellwand, diese enthält bei den Echten Pilzen typischerweise Chitin. Gleichzeitig können Pilze ihre Energie nicht durch Photosynthese gewinnen.
Gerade für Grundschulkinder ist das ein interessantes Aha-Erlebnis:
Ein Pilz ist keine Pflanze.
Warum wachsen Pilze überhaupt aus dem Myzel?
Unter passenden Bedingungen kann das Myzel Fruchtkörper bilden.
Bei den Champignons und dem Kulturträuschling entstehen daraus die uns bekannten, in Hut und Stiel gegliederten Pilzkörper. Auf der Unterseite des Hutes befinden sich Lamellen. Dort werden Sporen gebildet, die der Verbreitung und Fortpflanzung dienen.
Sporen erfüllen damit eine andere Funktion als das Myzel. Und auch wenn sie manchmal vereinfacht mit Pflanzensamen verglichen werden, handelt es sich nicht um Samen.
Pilze besitzen einen eigenen Fortpflanzungszyklus, der sich deutlich von dem einer Blütenpflanze unterscheidet. Die Vermehrung über Sporen zählt zu den grundlegenden Merkmalen der Pilze.
Vom Pilzgeflecht zum Fruchtkörper: eine spannende Beobachtung
Besonders interessant ist bei einer Pilzzucht der Übergang vom zunächst wenig auffälligen Myzel zu den sichtbaren Fruchtkörpern.
Kinder können versuchen, den Zeitpunkt möglichst genau festzuhalten:
Tag 1: Wie sieht die Oberfläche aus?
Einige Tage später: Ist mehr Myzel sichtbar?
Erste Fruchtkörperansätze: Wo erscheinen sie?
Weitere Entwicklung: Wie verändern sich Größe und Form?
Eine einfache Messung mit dem Lineal macht die Veränderungen vergleichbar. Statt nur zu schreiben „Der Pilz ist größer geworden“, kann beispielsweise die Höhe regelmäßig gemessen werden.
Daraus entsteht eine kleine Messreihe:
Datum – Anzahl sichtbarer Fruchtkörper – Höhe des größten Fruchtkörpers – besondere Beobachtung.
Damit verbindet sich Naturbeobachtung ganz selbstverständlich mit Messen, Vergleichen und Dokumentieren.
Pilze ernähren sich anders als Pflanzen
Auch bei der Ernährung unterscheiden sich Pilze grundlegend von Pflanzen.
Pflanzen können mithilfe von Lichtenergie organische Stoffe aufbauen. Pilze können das nicht. Sie nehmen Nährstoffe aus ihrer Umgebung auf.
Viele Pilze leben von bereits vorhandenem organischem Material. Solche Pilze werden als saprotroph bezeichnet. Sie geben Enzyme in ihre Umgebung ab, mit deren Hilfe organische Stoffe zerlegt werden können. Die dabei entstehenden kleineren Moleküle können anschließend aufgenommen werden.
Auch der Kulturchampignon (Agaricus bisporus) lebt saprotroph und kann pflanzliches organisches Material abbauen. Gleiches gilt für den Kulturträuschling (Stropharia rugosoannulata).
In natürlichen Ökosystemen übernehmen solche Zersetzer eine wichtige Funktion in Stoffkreisläufen. Dabei ist allerdings wichtig zu unterscheiden: Nicht alle Pilze leben auf dieselbe Weise. Andere Pilzarten leben beispielsweise in Symbiosen mit Pflanzen oder als Parasiten.
Weiße und braune Champignons: zwei verschiedene Pilze?
Hier wartet das nächste interessante Pilz-Rätsel.
Der weiße und der braune Kulturchampignon sehen deutlich unterschiedlich aus. Trotzdem gehören sie sehr eng zusammen.
Der Kulturchampignon trägt den wissenschaftlichen Namen Agaricus bisporus. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie führt sowohl weiße als auch braune Formen dieser Art beziehungsweise ihrer Kulturformen auf.
Das macht den Vergleich zweier Zuchtsets besonders interessant:
Was ist ähnlich?
- Grundform des Fruchtkörpers
- Hut
- Stiel
- Lamellen
- Entwicklung des Myzels
Was unterscheidet sich sichtbar?
Vor allem die Färbung des Hutes bietet einen unmittelbar erkennbaren Unterschied.
Für Kinder lässt sich daraus eine einfache Forschungsfrage machen:
Sind zwei Pilze automatisch verschiedene Arten, nur weil sie unterschiedlich aussehen?
Die Antwort lautet: Nein. Unterschiede im Aussehen allein reichen nicht aus, um zwei Organismen verschiedenen Arten zuzuordnen.
Braunkappe: Hier steckt eine andere Pilzart dahinter
Beim Hagemann Pilz-Zuchtset Braunkappe handelt es sich dagegen um eine andere Art: den Kultur- oder Riesenträuschling (Stropharia rugosoannulata).
Der Name „Braunkappe“ ist dabei biologisch nicht eindeutig. Auch der Maronenröhrling wird regional als Braunkappe bezeichnet. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie weist deshalb ausdrücklich auf die mögliche Verwechslung der Bezeichnungen hin. Bei dem Hagemann Zuchtset bezeichnet „Braunkappe“ den Kulturträuschling Stropharia rugosoannulata.
Damit lassen sich mit den Hagemann Zuchtsets sogar verschiedene Ebenen vergleichen:
- weißer Kulturchampignon
- brauner Kulturchampignon
- Kulturträuschling „Braunkappe“
Für ältere Grundschulkinder kann zusätzlich der wissenschaftliche Artname eingeführt werden. So lässt sich zeigen, warum eindeutige wissenschaftliche Namen in der Biologie nützlich sind.
Pilze selber züchten: So wird daraus ein Beobachtungsprojekt
Bei Pilz-Zuchtsets sind die richtigen Kulturbedingungen entscheidend. Temperatur, Feuchtigkeit, Vorbereitung und zeitlicher Ablauf können sich je nach Pilzart und Zuchtset unterscheiden.
Deshalb gilt:
Die jeweilige Anleitung des Zuchtsets sollte genau eingehalten werden.
Statt Kindern einfach nur die fertige Box hinzustellen, können sie von Beginn an in die Beobachtung einbezogen werden.
1. Ausgangszustand ansehen
Wie sieht das Substrat zu Beginn aus?
Welche Farben sind zu erkennen?
Ist bereits Myzel sichtbar?
2. Vermutungen sammeln
Was wird sich zuerst verändern?
Wann werden die ersten Fruchtkörper sichtbar?
Wo könnten sie entstehen?
Gerade für Kinder ist es interessant, die Vermutung aufzuschreiben und später mit der tatsächlichen Entwicklung zu vergleichen.
3. Regelmäßig beobachten
Ein fester Beobachtungstag oder sogar eine kurze tägliche Kontrolle erleichtert den Vergleich.
Dabei möglichst immer dieselben Merkmale betrachten:
- Anzahl
- Größe
- Farbe
- Form
- sichtbares Myzel
4. Veränderungen dokumentieren
Dafür reicht bereits eine einfache Tabelle oder ein Beobachtungsheft.
Kinder können schreiben, messen oder zeichnen.
5. Ergebnisse vergleichen
Am Ende lässt sich gemeinsam überlegen:
Welche Vermutungen haben gestimmt?
Was hat überrascht?
Was geschah besonders schnell?
Welche Veränderungen waren zunächst kaum zu erkennen?
Ein einfacher Beobachtungsbogen für die Pilzzucht
Für zu Hause, Kindergarten oder Grundschule kann eine Beobachtung beispielsweise so aufgebaut werden:
Datum:
Wann wurde beobachtet?
Fruchtkörper:
Wie viele sind zu erkennen?
Größe:
Wie hoch ist der größte sichtbare Fruchtkörper?
Aussehen:
Welche Farbe und Form haben Hut und Stiel?
Veränderung seit der letzten Beobachtung:
Was ist neu?
Meine Vermutung:
Was könnte bis zur nächsten Beobachtung passieren?
Damit bleibt die Beobachtung offen: Die Kinder müssen nicht zu einem vorgegebenen Ergebnis kommen, sondern beschreiben zunächst, was tatsächlich zu sehen ist.
Pilze züchten zu Hause
Zu Hause eignet sich ein Pilz-Zuchtset besonders für ein Naturprojekt, das über mehrere Wochen begleitet werden kann.
Anders als bei einem kurzen Experiment entsteht nicht sofort ein Ergebnis. Kinder müssen immer wieder nachsehen und entdecken dabei möglicherweise Veränderungen, die am Vortag noch nicht sichtbar waren.
Eltern können mit einfachen Fragen begleiten:
„Was hat sich seit gestern verändert?“
„Wo siehst du neues Myzel?“
„Welcher Fruchtkörper ist am stärksten gewachsen?“
„Was glaubst du, wie sieht er morgen aus?“
So bleibt die Beobachtung im Mittelpunkt, ohne dass jede Entdeckung sofort erklärt werden muss.
Pilze im Kindergarten beobachten
Im Kindergarten würde ich die Beobachtung noch nicht mit zu vielen Fachbegriffen überladen.
Im Vordergrund können stehen:
- Farben erkennen
- Formen vergleichen
- Veränderungen entdecken
- Größen vergleichen
- zählen
- zeichnen
- Vermutungen äußern
Begriffe wie Pilzgeflecht, Hut und Stiel können bereits verwendet werden. „Myzel“ lässt sich als zusätzlicher Fachbegriff einführen, wenn es zur Gruppe passt.
Eine besonders einfache Frage lautet:
„Was ist heute anders als gestern?“
Damit können auch jüngere Kinder aktiv am Beobachtungsprozess teilnehmen.
Pilze in der Grundschule erforschen
In der Grundschule kann das Projekt fachlich deutlich erweitert werden.
Mögliche Themen sind:
- Pilze als eigenes Organismenreich
- Aufbau eines Pilzes
- Hyphen und Myzel
- Fruchtkörper
- Sporen
- Unterschiede zwischen Pilzen und Pflanzen
- Wachstum und Entwicklungsbedingungen
- Zersetzer im Stoffkreislauf
- Beobachten, messen und dokumentieren
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie empfiehlt Pilzkulturen ausdrücklich als Möglichkeit, sichtbar zu machen, wie Pilzgeflecht ein Substrat durchzieht und daraus Fruchtkörper entstehen.
Damit kann eine Pilzzucht sowohl biologische Inhalte als auch naturwissenschaftliche Arbeitsweisen aufgreifen.
Brauchen Pilze Licht?
Pilze betreiben keine Photosynthese. Sie benötigen Licht daher nicht als Energiequelle, wie Pflanzen es tun.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Licht für sämtliche Pilzarten völlig bedeutungslos ist. Umweltreize können Entwicklung und Fruchtkörperbildung je nach Art beeinflussen.
Für eine Pilzzucht sollte deshalb nicht aus allgemeinen Pilzregeln auf den richtigen Standort geschlossen werden. Entscheidend sind immer die Bedingungen, die für das jeweilige Zuchtset angegeben sind.
Drei Hagemann Pilz-Zuchtsets zum Beobachten
Bei Hagemann stehen drei Kulturen zur Auswahl.
Pilz-Zuchtset Champignon weiß
Beim weißen Champignon lässt sich beobachten, wie sich zunächst das Myzel entwickelt und anschließend die typischen hellen Fruchtkörper erscheinen.
Für das Hagemann Zuchtset wird eine Projektdauer von ungefähr drei Wochen angegeben. Zum Set gehören außerdem Anleitung, Arbeitsblätter für Kindergarten und Schule sowie digitale Übungen.
Pilz-Zuchtset Champignon braun
Auch beim braunen Kulturchampignon lässt sich die Entwicklung von Myzel und Fruchtkörpern beobachten.
Besonders interessant ist der direkte Vergleich mit dem weißen Champignon, da die unterschiedlichen Farben nicht bedeuten, dass es sich um völlig verschiedene Pilzarten handelt. Auch für dieses Set gibt Hagemann für die erste Projektphase etwa drei Wochen an.
Pilz-Zuchtset Braunkappe
Die „Braunkappe“ im Hagemann Set ist der Kulturträuschling Stropharia rugosoannulata und damit eine andere Pilzart.
Bei diesem Set verläuft das Projekt langsamer. Hagemann gibt derzeit eine Projektdauer von ungefähr fünf bis acht Wochen an. Auch hier gehören Anleitung, Arbeitsblätter und digitale Übungen zum Beobachtungsprojekt.
Pilzzucht als kleines Forschungsprojekt: fünf Fragen für Kinder
Wer das Projekt noch etwas erweitern möchte, kann den Kindern fünf Forschungsfragen stellen:
- Wo erscheint das erste sichtbare Myzel?
- Wie viele Tage vergehen bis zu den ersten Fruchtkörpern?
- Welcher Fruchtkörper wächst am schnellsten?
- Welche sichtbaren Veränderungen treten innerhalb von 24 Stunden auf?
- Welche Unterschiede gibt es zwischen jungen und weiter entwickelten Fruchtkörpern?
Für ältere Kinder kann noch eine sechste Frage hinzukommen:
Welche Beobachtungen können wir tatsächlich machen – und welche Dinge können wir nur vermuten?
Gerade diese Unterscheidung ist ein wichtiger Bestandteil naturwissenschaftlichen Arbeitens.
Was tun, wenn zunächst nichts passiert?
Lebende Kulturen entwickeln sich nicht wie ein mechanisches Experiment, bei dem nach einer bestimmten Zahl von Minuten immer dasselbe Ergebnis erscheint.
Temperatur, Feuchtigkeit und weitere Kulturbedingungen beeinflussen die Entwicklung. Deshalb sollten zunächst die Angaben der jeweiligen Anleitung überprüft werden.
Auch scheinbar geringe Veränderungen können interessant sein. Das sichtbare Wachstum des Fruchtkörpers ist schließlich nur ein Teil der Entwicklung – das Myzel kann bereits im Substrat aktiv sein, bevor oberirdisch größere Veränderungen zu erkennen sind.
Die Hagemann Sets geben deshalb je nach Pilzart unterschiedliche Zeiträume und Kulturbedingungen vor.
Sicherheit beim Pilzezüchten mit Kindern
Die Hagemann Pilz-Zuchtsets sind für Unterricht beziehungsweise Ausbildung unter Aufsicht eines Erwachsenen vorgesehen. Die jeweilige Anleitung sowie die Hinweise zum Produkt sollten deshalb eingehalten werden.
Für die Beobachtung gilt außerdem:
- Kultur nicht unnötig berühren oder beschädigen
- Hände nach Arbeiten am Substrat waschen
- unbekannte Pilze aus der Natur nicht in die Zuchtbox einsetzen
- die Kulturbedingungen aus der Anleitung beachten
- bei ungewöhnlichen Veränderungen die Herstellerhinweise berücksichtigen
Beobachten steht im Mittelpunkt – die Kultur muss dafür nicht ständig angefasst werden.
Fazit: Beim Pilzezüchten wird Unsichtbares sichtbar
Pilze zu züchten eröffnet Kindern einen Blick auf eine Lebensform, die sich deutlich von Pflanzen und Tieren unterscheidet.
Besonders spannend ist der Wechsel zwischen sichtbaren und zunächst verborgenen Vorgängen: Das Myzel breitet sich im Substrat aus, erste kleine Ansätze erscheinen und daraus entwickeln sich die auffälligen Fruchtkörper.
Weiße und braune Champignons ermöglichen dabei sogar den Vergleich unterschiedlicher Erscheinungsformen derselben Pilzart. Mit dem Kulturträuschling „Braunkappe“ kommt eine weitere Pilzart hinzu.
Ob zu Hause, im Kindergarten oder in der Grundschule: Regelmäßiges Beobachten, Messen, Zeichnen und Vergleichen macht aus der Pilzzucht ein kleines naturwissenschaftliches Projekt, bei dem jeden Tag etwas Neues entdeckt werden kann.
FAQ: Pilze züchten mit Kindern
Sind Pilze Pflanzen?
Nein. Pilze bilden neben Pflanzen und Tieren ein eigenes Organismenreich. Sie betreiben keine Photosynthese und besitzen unter anderem einen anderen Zellaufbau und eine andere Ernährungsweise als Pflanzen.
Was ist Myzel?
Als Myzel bezeichnet man das Geflecht aus vielen feinen Pilzfäden, den Hyphen. Bei einer Pilzzucht kann sichtbar werden, wie sich dieses Geflecht durch beziehungsweise auf dem Substrat ausbreitet.
Ist der sichtbare Pilz der ganze Pilz?
Bei den hier betrachteten Großpilzen ist der sichtbare Hut-Stiel-Körper der Fruchtkörper. Ein großer Teil des Organismus besteht aus dem Myzel, das sich im Substrat befindet.
Sind weißer und brauner Champignon verschiedene Arten?
Weiße und braune Kulturchampignons gehören zu Agaricus bisporus beziehungsweise zu dessen Kulturformen. Die unterschiedlichen Hutfarben bedeuten daher nicht, dass es sich um völlig verschiedene Pilzarten handelt.
Was ist die Braunkappe im Hagemann Zuchtset?
Beim Hagemann Pilz-Zuchtset Braunkappe handelt es sich um den Kulturträuschling Stropharia rugosoannulata. Der Name „Braunkappe“ wird auch für andere Pilze verwendet und ist deshalb als deutsche Bezeichnung nicht eindeutig.
Wie lange dauert eine Pilzzucht?
Das hängt von Pilzart und Kulturbedingungen ab. Hagemann gibt für die Projekte mit weißen und braunen Champignons ungefähr drei Wochen an. Beim Zuchtset Braunkappe beträgt die angegebene Projektdauer etwa fünf bis acht Wochen. Die jeweils beiliegende Anleitung ist für die konkrete Durchführung maßgeblich.
Kann man Pilze das ganze Jahr über beobachten?
Eine Pilzzucht in einer vorbereiteten Kultur ist nicht unmittelbar an die natürliche Pilzsaison im Wald gebunden. Entscheidend sind die für die jeweilige Kultur erforderlichen Bedingungen. Die Angaben des jeweiligen Zuchtsets sollten deshalb eingehalten werden.
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